
Bergedorfs SPD-Vorsitzender Ties Rabe (mit Mikrofon) eröffnete den Gesundheitstag.
Ein Jahr lang hatte die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) der SPD Bergedorf einen Gesundheitstag vorbereitet. Nun kamen am 24. März trotz bestem Frühlingswetter rund 200 Menschen zwischen 10 und 17 Uhr ins Bürgerhaus Allermöhe, um sich über Gesundheitsfragen zu informieren und an verschiedenen Ständen ihren eigenen körperlichen Zustand zu überprüfen. So maß z. B. die Technikerkrankenkasse den Körperfettanteil, der Blutspendedienst überprüfte die Eignung als Blutspender, der AKA-Pflegedienst kontrollierte den Blutdruck und die TSG Bergedorf die Koordinationsfähigkeit. Während die SPD für die Bürgerversicherung warb, gab es weitere Informationsangebote von der Technikerkrankenkasse, der Apothekerkammer, der BKK und der AOK sowie von einer Betriebssportgruppe. Von den diversen Informationsangeboten machten die Menschen reichlich Gebrauch. Auch das umfangreiche politische Programm stieß auf großes Interesse.

Ali Simsek überprüfte an den Ständen selbst seine körperliche Fitness.
Eröffnet wurde der Gesundheitstag gegen 10 Uhr durch den Vorsitzenden der SPD Bergedorf und Schulsenator Ties Rabe, der insbesondere die AfA Bergedorf für die tolle Organisation lobte und zugleich darauf hinwies, wie wichtig Gesundheit gerade auch für Menschen sei, die den ganzen Tag sitzen würden, so wie er selber. Die Staatsrätin in der Hamburger Gesundheitsbehörde, Elke Badde, forderte einen neuen Pflegebegriff. “Die Abrechnung von Pflegeleistungen im Minutentakt muss ein Ende haben!” Dafür werde sich der Hamburger SPD-Senat einsetzen. Auch solle der Hausärztemangel konsequent bekämpft und für eine gerechte Verteilung der Ärzte im Stadtgebiet gesorgt werden. Dies könne über den Aufkauf von Arztsitzen geschehen.

Die stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende Aydan Özoguz (Mitte) mit der gesundheitspolitischen Sprecherin der SPD-Bezirksfraktion Simone Gündüz (2. von links), dazwischen der AfA-Vorsitzende Uwe Bauer und Ali Simsek (rechts).
Stargast beim Gesundheitstag war die stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD und Bundestagsabgeordnete Aydan Özoguz. Sie kündigte eine Verbesserung und Ausweitung von Organspenden an. Auch forderte sie die Einführung einer Bürgerversicherung, da die Trennung von Privat- und Kassenpatienten falsch und ungerecht sei. Zugleich warnte sie vor der Abschaffung der Praxisgebühr und der Senkung der Beiträge, weil schon im nächsten Jahr wieder mit Defiziten bei den Krankenkassen zu rechnen sei. Als zentrales “Topthema” der Bundespolitik bezeichnete Özoguz die Reform der Pflegeversicherung, denn die Zahl der Pflegebedürftigen werde sich in den nächsten zwei Jahrzehnten verdoppeln. Zudem forderte sie eine bessere Aufklärung über das Gesundheitssystem, dessen Funktionsweise insbesondere Migranten nicht verstünden. Und: “Ich freue mich, dass der Gesundheitstag stattfindet!”

Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion Dr. Martin Schäfer mit seinen Fraktionskollegen Ali Simsek und Gert Kekstadt (von links)
Die zentralen Aspekte der Gesundheitspolitik in Hamburg beleuchtete der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Dr. Martin Schäfer. So wolle die SPD die Mitwirkungsmöglichkeiten und -rechte der Senioren durch einen Antrag stärken. Zudem solle die Versorgung der Patienten in den Krankenhäusern sichergestellt werden, denn: “Krankenhäuser müssen auf der Höhe der Zeit sein!” Und die Ärzteverteilung in der Stadt müsse gesteuert werden, damit es keine weißen Flecken bei der Versorgung gebe. Weiterlesen →